26.10. - 28.10. im Lokal

Konzept
Es geht um Kunst. Es geht um Offspace-Kunst. Es geht um zeitgenössische Kunst. Die braucht Raum. Und den gibt es in Hamburg gerade nicht. Aber - Kunst ist in Hamburg allgegenwärtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens und sollte das auch weiterhin sein. ISo wie nun schon seit geraumer Zeit im Gängeviertel und in der Viktoria-Kaserne. Wir wollen aber noch einen oder zwei Schritte weiter (und dann vielleicht auch wieder zurück): Dahin, wo Menschen sind, die nicht gezielt in die für Kunst bereitgestellten oder erstrittenen Bereiche der Stadt gehen. Und dahin, wo noch keine Bürotürme stehen: in den öffentlichen Raum, in den Alltag. Dem öffentlichen Raum soll Tribut gezollt werden. Dafür zeigt eine kleine Auswahl junger Hamburger Künstler ihre Arbeiten, die symbolisch an Wäscheleinen quer im öffentlichen Raum ausgestellt werden, Lebensräume verbinden und neue Zusammenhänge eröffnen.

Alltägliche Orte wie Bolz-, Park- oder Spielplätze, Grünanlagen und Höfe sollen in neuem Licht erscheinen und müssen auf neuen Wegen betreten werden. Diese werden durch Bettlaken geschaffen, die an Wäscheleinen aufgehängt werden. An selbigen werden Arbeiten verschiedener junger Hamburger und anderen deutscher Künstler aufgehängt und ausgestellt. Sie verändern für die Dauer eines Tages die Wahrnehmung auf die Stadt und auf Kunst in der Stadt - und damit auch die Menschen im urbanen Lebensraum. Kein geplanter Kunstabend, keine vom Arbeitnehmer gewünschte Zeit zur Zerstreuung. Keine Kennzahlen und feste Strukturen. Ein Aufbrechen des Alltags - durch etwas Schönes, etwas Trauriges, etwas Aufregendes. Was also die Zielgruppe angeht: Natürlich sollen alle kommen! Sicherlich werden vornehmlich diejenigen mit diesem Konzept angesprochen, die auch gerne in die Viktoria-Kaserne und ins Gängeviertel gehen und ihre kulturelle Erleuchtung beim Dockville oder dem legendären Platzfestival suchen. Das sind oft solche liebenswerten Menschen, die sich für Kunst interes- sieren, die nicht in den etablierten Institutionen stattfindet. Aber auch Gängeviertel und Viktoria-Kaserne sind Einrichtungen, die nur von bestimmten Kreisen besucht werden. Dement- sprechend sollen auch diejenigen, die bisher aus diesen Zirkeln ausgeschlossen waren, die Möglichkeit haben, interessante Entdeckungen wie zufällig in ihrer Nachbarschaft zu machen. Und schließlich bekommen auch die Besucher etablierter Institutionen eine neue Perspektive - oder überhaupt noch ein Angebot, wenn bald auch diese Orte geschlossen werden.

Nachbarschaft



 
Ich gieße deine Blumen nicht aber, wenn du Hilfe beim Barn-Raisnsing brauchst helfe ich gern.

Meine urbanen Nachbarn
Klischee: die sieht man ja nie! (ich sehe meine Nachbarn FAST nie)
Rieche ich ab und zu wenn sie kochen. Bratkartoffeln, schätze ich; Höre ich in meinem Schrank, wenn sie die Treppe herunterkommen. Oder raufgehen, vielleicht (irgendwann will ich erkennen können, ob sie rauf oder runtergehen, ich erhoffe mir davon ein nachbarschaftliches Verbundenheitsgefühl)
Spuren von ihnen im Hinterhof der Eitelkeiten (jetzt auf Facebook), bei den Mülltonnen (jemand hat mal hundert Glühbirnen in die Mülltonne gelegt. Energiesparlampen sehen anders aus)
Und auf dem Bürgersteig vor der Tür, die Fahrräder der Bürger.
Im Haus gegenüber der eine mit dem Zopf (einmal ungeladener Partygast)
Zettel von Augenzeugin Saskia an unserem Auto (die Antifa kommt nicht mehr so oft, sagt sie, aber wenn, dann tritt sie Autospiegel ab, um Zeichen zu setzten, gegen die kapitalistischen Arschlöcher)
Die virtuellen helfen gern, wenn es um Barn-Raising bei Farmville geht
Früher mal ein Planschbecken im Garten
Und ein kreischendes Hausmeisterkind.
Natürlich nehm ich das Paket jetzt für an
Outlaws im Souterrain (trennen den Müll nicht korrekt)
Gone Urban Fox Hunting
 



 
 
Meine agrarischen Nachbarn
„Dat is ja de Troschoan, wie geit dat dien vadder“
Wissen alles
Flanieren auf den Deichen
Parlieren über Hecken
Kratzen in Fugen (von Stegeln)
Kompostieren (alte Kartoffeln und alte Kamellen)
Lassen Licht an (die Sorge, jemand sei tot, wenn das Licht nicht brennt)
Ein Fremder landet hier selten auf dem Friedhof
Füttern Katzen
Erschießen Katzen (Suburban Fox Hunting)
Trinken Schnaps
Schließen Fenster und Türen (der Bauer fährt Gülle, zweimal im Jahr)
Pflanzen an! (Tulpen und der Fund eines Treibhauses voller Marihuna-Pflanzen)
Kinderreichtum in nachbarlichen Gartenanlangen (Jeder mit Jedem)
Nico Clausens Einkaufladen (Vanity Fair)

Text:Gesa Anne Trojan

Kaugummiautomaten von Jeannine Alice Rüdiger
Jedenfalls, ich brauch jetzt echt ne Mark dafür. Ja, für den Alex, der soll da so einen Ring bekommen, weil , ach, das geht dich echt nichts an. Spast. Du hast Schluckauf! Na, weil das mega und echt so MEGA romantisch ist, da jetzt son Ring rauszubekommen. Weil das ist so billig und nicht mit richtigen Diamenten, sondern nur aus Plastik und so so so, das geht ja um die Geste. Da freust du dich, da freust du dich, dass der das hier jetzt nochmal laut sagen muss, was mit dem Scheißautomaten hier, boa. Hier und damit das authentisch ist und alles, frag ich jetzt Leute, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen, ob die für mich auch ne Mark haben, damit der Alex hier seinen Ring bekommen kann. Leute aus der Mitte der Gesellschaft stehen voll auf so Gesten. Das kam auch schon achttausend Mal bei Kai Pflaume. Wir haben frei heute. Der Eingang ist besetzt von Schschpinnern, die gegen Banken, Finanzmärkte protestieren. War kein Durchkommen. „Geh nach Hause“ und so. Und sonst, hier, Blackberry, ne. He. So, andere wollen aber auch noch mal, ihr Tussis!

Lotte Marie und Helena dürfen heute „bummeln“ gehen. In der Innenstadt. Dafür haben sie eine Erlaubnis von ihren Eltern bekommen, dass sie die Gruppe schon früher verlassen dürfen. Nämlich beim Bahnhof Feldstraße und nicht erst in Bergedorf auf dem Schulhof, wo der Ausflug offiziell vorbei ist und es total bescheuert wäre dann von da dann wieder dahin zurückzufahren, wenn man doch sowieso schon da vorbeikommt. Die Miniaturhundehütten, die sie mit ihrer Gruppe während einer Projektwoche gebastelt haben, haben die Deppen Fynn und Luka für sie mitgenommen. Lotte Marie macht ein Foto von Helena mit ihrem iPhone und der „my hipstamatic pics“ app, die macht, dass das Bild so aussieht wie Fotos von früher – gilblich und mit ausgefransten Rändern und ein bisschen verwischt.

Ja, jetzt hier auf die hippen Kids von heute losgehen –

Moment. Lotte Marie und Helena sind an der Feldstraße ausgestiegen um zu einem Fotoautomaten zu gehen, in den man zwei Mark steckt und der dann 4 Passfotos macht. Ziemlich schnell hintereinander. Auf solchen Fotos wollen die beiden Grimassen ziehen und sich ausgelassen gegenseitig in den Haaren wühlen. Und vorher, vorher! kommen sie aber an einem anderen Automaten vorbei. Der Automat, an dem Lotte Marie und Helena vorbeikommen, ist ein Kaugummiautomat. Von denen gibt es welche, in allerlei Nachbarschaften hängen sie anachronistisch im Stadtbild ab. (1/3)

Für moderne Schulkinder, so kleinere, nicht wie Marie Lotte und Helena, die sind Jugendliche, sondern eher so Fünftklässler, für die sind die ollen Gummispender wirklich nicht sonderlich attraktiv. „Eklisch“ finden die die und „unhygienisch“, weil die oft schon sehr oll (s.o.) und verrostet daher kommen. Überhaupt gibt es den für die Kleinen geileren Stuff sowieso im Kiosk daneben. Eben. Und dann sind da auch so komische Leute, wie der Typ, der alle anschnorrt.

Was nun passiert, mit Lotte Marie, Helena und dem Automaten, ist Ausdruck reinsten Vintage-Habitus im Bourdieu’schen Sinne. Helena behauptet, der Anblick des rostigen Kaugummi-Automaten würde nostalgische Gefühle an viele vergangene Kaugummikäufe ihrer Kindheit an die Oberfläche ihres Bewusstseins zerren. Während Helena das ihrer Freundin auseinandersetzt, nickt Lotte Marie affirmativ und garniert Helenas Erinnerungsbericht mit „ja, voll!“ und „wie man da so ein Geldstück reinsteckt und der so ,klick‘ “ und auch „ich hab ganz lange den Ring getragen, der da rauskam“. In Wahrheit haben weder Marie Lotte noch Helena in ihrer nicht allzu lang zurückliegenden Kindheit einen Kaugummiautomaten bedient. Helena mochte schon immer lieber Monsterzungen und die hat sie meistens im Schulkiosk gekauft. Marie Lotte hat als kleines Mädchen nur Dinkelkekse und Reiswaffeln naschen dürfen. Weil aber eine solche Erinnerung an mechanische Kaugummiautomaten so hübsch „retro“ ist wie die Second-Hand-Omi-Taschen, die die Freundinnen dabeihaben, und die Fotos, die sie gleich noch machen wollen, ergehen sie sich im Rausch erinnerter Lügen.

Das Problem mit diesem gegenwärtigen Kaugummiautomaten ist , dass da so ein komischer Typ steht, der eine Tüte schwenkt, die schon ganz voll ist mit bunten Kaugummikugeln aus dem Automaten. Diese Plastiktüte hebend und senkend bittet er die Passierenden um neues Kleingeld für den Automaten. Typ mit Süßigkeiten – die Girls sind alarmiert. An den wollen sie nicht näher ran. Aber an den Automaten! Kaugummis und Ringe ziehen wie früher! Mist, ey. Lauernde Mädchen. Nachdem sie sich so liebevoll Kau-, Klebe- und Plastikschmuckgeschichten für die jeweils andere ausgedacht haben, muss dieser Automat bedient werden, unbedingt. Also lauern sie hinter der Häuserecke. Dann: der Moment. Der Typ hat wohl eine MMS oder so bekommen, jedenfalls tritt er von Automat und Passanten zurück, um sein Blackberry mit seinen spitzgefeilten Fingernägeln zu traktieren. Lauernde Mädchen laufen los, kichern, glucksen, gendern. Marie Lotte macht hipstamatische Fotos von Helena, als sie ein, zwei, drei, vier Münzen nacheinander in den Schlitz steckt, am Rädchen dreht und pinke, gelbe, blaue und bäh! braune Kugeln an sich nimmt. (2/3)

„So, andere wollen aber auch noch mal, ihr Tussis!“. Da ist der zurück, voll schnell und unbemerkt von den beiden Gymnasiastinnen. Innerhalb weniger Sekunden werden Lotte Marie und Helena granatapfelrot und kriegen vor allem ein bisschen Schiss, weil der immer noch so mit der Tüte in der einen Hand und in der anderen mit seinem Handy, aus dem die Stimme eines Anrufers oder Angerufenem schallt – also echt weg hier und nachher zu Hause die Klappe halten, sonst war's das mit der Großstadt-Bummelei.

An diesem Spätsommertag hat kein Plastikring den Kaugummiautomaten beim Schlachthof an der Feldstraße verlassen. Der Fotoautomat, der ebenfalls dort steht, hat Bilder von Helena und Marie Lotte geschossen und entwickelt und ausgespuckt, auf denen machen sie Blasen mit Vintage-Kaugummi, wühlen sich gegenseitig in den Haaren und machen Kussmünder in die Kamera. Auf dem Heimweg kauft Helena am Kiosk Monsterzungen und teilt sie mit Lotte Marie. Zwei Stunden später gefallen fünf Freunden die Posts an Helenas und Lotte Maries Pinnwand auf Facebook.

Die Filiale der Deutschen Bank in der Spitaler Straße hat einen Consultant weniger.

Der Familienbetrieb Schoop, Betreiber des Kaugummiautomaten beim Schlachthof an der Feldstraße, hat zwölf Mark mehr.

Fotos: Jeannine Alice Rüdiger sammelt Kaugummiautomaten, seit sie vor ein paar Jahren so ein Ding in Kassel getroffen hat. Die Künstlerin kommt aus Stade, wo sie mal einen Malwettbewerb gewonnen hat.

Text: Gesa Anne Trojan hat noch nie einen Kaugummiautomaten benutzt, auch, weil sie lange geglaubt hat, es handele sich dabei um Zigarettenautomaten für Kinder. Mit fünfzehn hat sie auf einem Reitturnier des Reit- und Fahrvereins Schiffbek ein E-Stilspringen mit der Note 8,0 gewonnen.(3/3)

Jenny Zach Jahrgang 1980, entdeckte früh ihre künstlerischen Interessen und destruktiven Fähigkeiten. Mit 14 Jahren besuchte sie erstmals Volkshochschulkurse in Mal- und Schreibkunst und bekam zusätzlich Privatunterricht zur Weiterentwicklung und Vertiefung ihrer Talente. Mit 16 Jahren bot ihr eine Galeristin einen Platz zur Förderung von Jungkünstlern in Dithmarschen an. Bei diesen Ausstellungen verkaufte sie ihre Bilder bundesweit. Danach tauchte sie in den Untergrund... Nach ihrem Realschulabschluss zog sie mit 17 Jahren nach Schleswig und besuchte ein Berufslehrgang im Bereich Gestaltung. Ein anschließenden Studienplatz für freie Kunst in Hamburg lehnte sie ab und absolvierte 2 Ausbildungen in sozialen Arbeitsfeldern. In dieser Zeit arbeitete sie namenlos projekt-orientiert. Unter anderem stellte sie im Jahre 2000 ein Bild für ein Denkmal eines in Schleswig tot geprügelten Obdachlosen zur Verfügung, malte Veranstaltungsplakate für Großdemonstrationen in Schleswig Holstein oder arbeitete an großflächige Bühnenbilder für Theaterstücke mit. 2005 begann sie ein Studium als Kunsttherapeutin, welches sie im Dezember 2010 abbrach. 2008 präsentierte sie wieder ihre Bilder der Öffentlichkeit. Zur Zeit befinden sich Fotoarbeiten von ihr als Ausstellung in der Karoecke in Hamburg. Ihre künstlerischen Schwerpunkte liegen in der dadaistischen-surrealen Aquarelldarstellung und der Wortspielmimikfotografie, des Öfteren mit einem Hauch von Schwere.

Fiona-Sophie Hinrichs She got 99 tape-colours, but a bitch ain’t one! Letztens war ihr Klebeband aber alle gegangen. Das pinke und blaue und schwarze und gelbe. Und das grüne auch. Vermutlich sogar das transparente Tesa-Filmchen, das sie manchmal schiebt. Konfetti war eventuell noch unter der Spüle, ein Rest und möglicherweise unter dem Gummibaum noch ein Film mit hohem ISO-Wert. Fioner hat das alles da, eigentlich, und macht daraus einen Arsch voll fetziger Sachen: Installationen aus Klebeband, das Raum im Raum im Weltraum schafft. Konfetti am Boden des Frappants, aus dem Rahmen gefallen, in dem die Einladung an alle steht „Put yourself into my place“. Deal, lass machen! Fioner kommt aus Hamburg und lebt da auch, mit Kommunikationsdesign-Studium an der HAW und Tape-Art, Fotografie und Rauminstallationen mit Dingen. Seit 2007 stellt sie das alles auch kontinuierlich aus, hier (->Hamburg), aber auch da (->Warschau). Wird nicht gerade beim Moralverkehr auf ordentliche Vergütung geachtet, bringt FSH die ansteckendsten Flyer in Umlauf. Letztens so: Für die Veranstaltung „Pics, or it didn’t happen“ des Siegmnd Lachs Instituts kam sie mit einem Bastard-Flyerkonzept um die Ecke, bei dem sie Aufkleber auf Fremdflyer für Gegenveranstaltungen am selben Tag beppte, die dann neu ausgelegt wurden. Fetzt. Außerdem hört sie gerne rappige Musik!

Daniel Feistenauer 1986 Geboren in Hamburg, ging es nach dem Abitur 2005 und einem Studium in Medieninformatik und Grafik immer weiter Richtung Fotografie. Denn mit Anfang 20 kam der Wunsch zu fotografieren auf und der Großvater gab sofort hilfsbereit seine analoge Spiegelreflexkamera her. Nach dem sehr schnellem Abschluss der Ausbildung als Grafiker, bewarb Daniel sich erfolgreich an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg für Kommunikationsdesign und studiert dort zurzeit. Sein Schwerpunkt liegt auf People- und Portrait-Fotografie.

www.danielfeistenauer.de

Julia Forsch aquarellzart und psychoanalytisch smart. Die junge Illustratorin und Musikerin zieht es konsequent in die große, weite Welt hinaus. Getrieben vom nimmermüden Geist der Animatorin und Zeichnerin ist sie immer auf der Suche nach Inspiration und bestreitet im Moment die Reiseroute Kommunikationsdesign in Mainz. Über zahllosen Schleichwegen entdeckte sie als Sehnsuchts- und Abenteuermensch bereits das weit entfernte Australien, die U.S.A., China und Großbritannien. Dort schärfte sie nicht nur ihr Auge für Illustration sondern sammelte auch Erfahrung im Magazindesign. Derzeit steuert sie auf dem Schiff der Kreativität dem Bachelor-Abschluss in Mainz entgegen und freut sich über Illustrations-Jobangebote um die Menschheit mit japanischen Süßspeisen und Papierfliegern zu erfreuen.

Lukas Jüliger wird 1988 in einem idyllischen Kurstädtchen mit einem Altersdurchschnitt von ca. 68 Jahren und mehreren Altersheimen geboren. Von der allgegenwärtigen Endlichkeit des Lebens umgeben beginnt für ihn bald der Überlebenskampf. Er flüchtet sich in die Kunst. Früh entstehen erste Comics, dann kurze Filme, dann wieder Comics, dann, Dank der Entdeckung der Digitalisierung, bessere Filme. Seit 2009 studiert er Illustration an der HAW Hamburg. Dort vernachlässigt er seit einem Jahr auf schmähliche Weise sein Studium und arbeitet stattdessen auf Hochtouren an seinem graphic-novel-debut. Abseits alledem feiert er weiterhin so oft es geht, da er über die letzten Jahre die Erfahrung gemacht hat, dass er auch mit vermatschtem Kopf ganz gut arbeiten kann.

www.laluq.de

Conny Winter ist ein umtriebiger Bursche. Eine Leuchtboje des Hamburger Nachtlebens, an dem jeder, der sich beizeiten draußen herumtreibt, einmal vorbeikommen muss. Und sich dann freut. Man trifft ihn in Bars, klar. Und im Theater und im Kino. Und mindestens ein Konzert pro Woche besucht er, sagt Conny Winter. Gefühlt aber eher 10. Was dem Pandabär sein Bambus, das ist Conny Winter die Kola. Auf seinen Streifzügen führt die Kola, neben den audiovisuellen Reizen, unangefochten seine ganz persönliche Nahrungskette an. Conny Winter hat demnächst viel vor. In erster Linie ist er nämlich nicht Boje, sondern Fotograf. Er hält seine täglichen und nächtlichen Welten fest und macht sie auch anderen zugänglich. So geschehen bei seiner Ausstellung „Routine“ in der Pony Bar im März 2009 mit Arbeiten, die von enttarnten Träumen erzählen und von Realitäten, die meist erschreckend nüchtern zu sein scheinen. Gekonnt setzt er Bands wie “Gary” in Szene und fängt akribisch ein, was er auf Bühnen sieht. Dass seine zukünftige Kamera eine digitale sein müsse, war ihm bereits klar, als er gerade mit einem analogen Fotoapparat 2003 in Seattle diese Kunstform für sich entdeckt hatte. Nach langjährigem Schulbesuch , der schließlich im Abitur endete, hat er angefangen, Physik zu studieren. Und sicherheitshalber auch Philosophie. Sogar ein Gewerbe wurde angemeldet als selbstständiger Mediengestalter. Um seinen jetzigen prekären, also Bohème-, Lebensstil zu subventionieren, arbeitet Conny Winter seit 2008 im Theater als Bühnenbauer und konzentriert sich nebenbei ganz auf die Fotografie und seine Ausstellungsprojekte. Und trinkt Kola, in Bars. Klar.

www.connywinter.de

Henrike Schnabel 1988 in Görlitz geboren, aufgewachsen in Dresden. Nach dem Abitur und einer Ausbildung als Grafikerin zog es sie in den Norden Deutschlands, wo sie gegenwärtig an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg Illustration studiert. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen sehr grafischen Duktus aus, welchen sie gern mit wechselnden Techniken erzeugt.

www.henrikeschnabel.de

Vernissage
Am Mittwoch, den 26. Oktober sind alle ab 19 Uhr zur Vernissage geladen (mit Ausnahme derer, die am Mittwochabend Neighbourhood-Watch Dienst haben). Es gibt kühle Getränke, wie es üblich ist. Sonni&Krümel suchen für uns Musik aus und spielen sie ab. Die Künstler Jenny Zach, Henrike Schnabel, Julia Forsch, Conny Winter, Lukas Jüliger, Fiona Sophie Hinrichs, Daniel Feistenauer, Jeannine Alice Rüdiger stellen ihre Arbeiten zum Thema Nachbarschaft aus. Die Vernissage geht dann zwar vorbei, aber die Kunst bleibt für die Dauer von drei Tagen aufgehängt.

Der Eintritt an allen drei Tagen ist frei, ausgiebiger Getränke-Konsum erfreut alle.

Kurzfilme
Am Donnerstag, den 27. Oktober, werden im gleichen Rahmen wieder ab 19 Uhr Kurzfilme an die Wände des Lokals geworfen. Im Anschluss legt DJ Yør Musik auf.

20:15 Ebbe von Arthur Oleszczuk 11min
20:30 Propaganda I von Louis Fried 6min
20:40 Kreisen von Helena Wittmann 15min

21:15 Deutschland deine Studenten von Jan Lidtke 32min

22:00 Utopia von Estela Estupinyà Garcia 7min
22:10 requiem für Frau H. von Philipp Hartmann 5min
22:20 Eingeflößt von Julia Tielke und David Campesino 10min

Finnisage mit Lesung
Den Abschluss findet „Offline“ am Abend des Freitag, den 28. Oktober. Ab 19 Uhr werden zwischen der ausgestellten Kunst, Künstlern, Nachbarn, Freunden und Bewunderern Texte gelesen. Tanzen ist an diesem Tag definitiv ein Issue, denn Simon und Hannes vom Kiss Kiss Club sind geladen, Discjockeys zu sein.

22:00 Gesa Anne Trojan
22:30 Rasmus Engler
23:00 Daniel Chelminiak

In diesem Jahr vom 26.-28.Oktober bezieht „Offline“ das herrlichste Objekt der Nachbarschaft: Das Lokal, schönstes altes Stadthaus mit Garten, grünem Anstrich draußen und charmanter Dekonstruktion drinnen, bietet der Clique Urbanität, Kultur, Kunst und Konsum ein lebendiges zu Hause




Ausstellung:
Lokal
Max-Brauer-Allee 207
22765 Hamburg
http://www.lokal-hamburg.de/

Initiator des Offspace-Projektes ist Conny Winter, junger Fotograf und visueller Chronist der Hamburger Independent-Szene. Er versammelt junge (größtenteils) Hamburger Künstler verschiedener Sparten für „Offline“ und wird auch seine eigenen Arbeiten ausstellen. Für die Organisation mit verantwortlich zeichnet Gesa Anne Trojan, Studentin der Angewandten Kulturwissenschaften in Lüneburg. Neben dem Studium ist sie freie Mitarbeiterin im Literaturhaus Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Sowohl im Rahmen ihres Studiums als auch in den nebenberuflichen Tätigkeiten organisierte sie bereits einige kulturelle Veranstaltungen.




Conny Winter
Max-Brauer-Allee 143
22765 Hamburg
mail@connywinter.de

Dank an: